Der untere Teil dieser Homepage enthält Manifestationen meines individualistischen Christentums. Nicht irgendetwas fertig Gedachtes wird hier veröffentlicht, sondern eine permanente Kontemplation und öffentliche Meditation über Gott, die in provozierender Ehrlichkeit, völliger Wahrhaftigkeit und ungebremster Autonomie sich selbst fortlaufend ausspricht. 'Individualismus" heißt hierbei soviel wie: nonkonform zum gesellschaftlichen Kontext, frei von kirchlich-dogmatischer Führung, vorgeschriebenen Glaubens- und Denkvorschriften, aufgebaut auf möglichst eigenständigem Erkennen, Denken, Fühlen, Wollen und Handeln, erfüllt von eigenständigen und dafür authentischen Glaubensüberzeugungen.
'Individualismus' heißt auch, dass ich jedem Menschen das gleiche Recht auf eigenständigem Glauben zugestehe, und eigentlich auch mehr solche kraftvollen und gesunden Menschen mit meiner Homepage ansprechen will, oder eben Menschen die am Christentum erstarken wollen. Nicht überzeugen oder missionieren will ich, sondern Menschen mit ähnlichen Ideen finden, oder wenigstens ein notwendiger Kontrast sein!
Individualismus ist der radikale Gegensatz jeglichen gefährlichen Sektierer-tums! Er zielt nicht nur auf die eigene Freiheit, sondern auf die vollständige Freiheit jedes Menschen ab. Er kann keine Verhältnisse dulden, in denen ein Mensch ein abhängiges, manipuliertes Wesen ist.
Mein individualistisches Christentum ist nicht auf Expansion aus, sondern auf individuelle Selbstvervollkommnung und Koevolution in einer Gemeinschaft starker Christen - stark im Glauben. Ich erschaffe mir mein Christentum, und gehe davon aus, dass sich jeder Christ der Zukunft auch sein Christentum erschaffen wird, und sich Menschen auf dieser Grundlage zu gemeinsamer Selbstverwirklichung zusammen finden. Doch dieses von mir gemeinte Erschaffen ist keine Willkür, sondern sehr ernstes individuelles Erkenntnis-ringen um Wahrheit unter Rückbesinnung auf die gesamte christliche Tradition und Theologie. Um von diesen beiden abzuweichen, müssen für mich schon sehr wichtige Gründe wirksam sein.
Nicht jede persönliche Idee über Gott ist auch objektiv wahr. Es gibt nur eineobjektive Wahrheit, die aber in ihrem vollen Umfang für die Menschheit relativ unerkennbar ist. Es gibt viele subjektive Wege zu Gott und zur Wahrheit, die von ganz unterschiedlicher Form auch in der Erkenntnis sind. Auf einem richtigen Wege ist jeder, der den richtigen Kurs einschlägt und beibehält. Die ungefähren Koordinaten für diesen Kurs sind göttliche Offenbarung, Tätigkeit aus erkennender Liebe und sich gottweihende Vernunft.
Ein solcher christlicher Glaube (wie ich ihn zu leben versuche) ist seiner ganzen Natur nach antikonform. Antikonform hinsichtlich der antichristlichen Zustände in der Welt, der brutalen Maschine Weltkapitalismus, in der wir Menschen zu kleinen, funktionierenden und konsumierenden Rädchen degradiert werden! Antikonform hinsichtlich aller Dinge, die auf Unehrlichkeit, Unfreiheit, Unselbstständigkeit, dem Ungesunden, auf Bequemlichkeit und Stillstand der Entwicklung beruhen. Ganz klar, dass mein nonkonformes Christentum selber auch keine konformen Anhänger oder auch nur konforme Leser der Webseite möchte. Nur eigener Glaube, eigenes Denken, eigene Liebe, eigene Arbeit führen zu Gott!
Es gibt natürlich auch viele Christen, die einen solchen Prozess der religiösen Neuerschaffung des Christentums in ihrem eigenen Inneren noch nicht wollen, oder sich zu schwach dafür fühlen. Ihnen gehört ganz klar meine Solidarität, um sie aus dem Zustand des sich Schwachfühlens durch Gott stark und unabhängig zu machen - natürlich auch von mir. Erst starke Menschen können Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit völlig verwirklichen. Jeder Mensch kann durch Gott stark werden. Unsere Hoffnung liegt nicht darin, dass wir für uns selbst schon starke Menschen sind, sondern das wir es durch Hingabe an Gott werden.
Individualistisches Christentum bedeutet aber auch hohes Risiko. Viel schneller kann man hier scheitern als unter traditionell-kirchlicher Führung. Trotzdem können wir nicht anders. Unser Ich ist über den traditionellen Rahmen hinausgewachsen. Aber nicht aus Schwäche gegenüber den Geboten, den Anforderungen christlicher Ethik usw. oder aus Gleichgültigkeit gegenüber Gott entsteht echter christlicher Individualismus, sondern aus einem Überschuß an Kräften, dem Feuer der Gottestreue und der teilweisen Unzufriedenheit mit den heutigen großen Kirchentraditionen. Diese sind nach wie vor für viele Menschen das Richtige, und daher schützenswert und liebenswert. Mein christlicher Individualismus will nichts davon antasten, oder anderen Menschen wegnehmen, sondern nur einen Weg für mich finden.
Es gibt für uns Individualisten zuallerst nur das kämpfende Ich und seine Wesensschichten einerseits und Gottes Ich andererseits. Aus der Versenkung in unser kämpfendes Ich erfahren wir, dass es Gott geben muss, und wir seinem Willen als unserer höchsten Ich-Erfüllung folgen sollen. Daher sind wir auf sehnsuchtsvoller Suche nach Gott. Wir suchen nach Gottes Liebe, aber auch nach seiner Weisheit und vor allem nach seinem Willen.